Nach langfristig angelegter Konfliktlösung sucht man mittlerweile vergebens. Stattdessen wird sich Konfliktmanagement als dominantes Modell etablieren. Als Reaktion müssen neue außen- und sicherheitspolitische Strategien erarbeitet werden. Berlin braucht eine klare Prioritätenliste.
Konfliktmanagement statt Lösung
In einem Interview warf der Präsident der Seychellen der internationalen Staatengemeinschaft vor, das Piraterieproblem nur noch zu managen, statt eine nachhaltige Lösung anzustreben. Er benannte damit einen Trend, der sich nicht nur beim somalischen Piraterieproblem zeigt, sondern auch bei anderen Problembereichen der internationalen Sicherheit: Der Staatengemeinschaft und Deutschland mit ihr fehlt es zunehmend an Motivation, Konzepten und Ressourcen, um Konflikte zu lösen. Stattdessen verlegt man sich darauf, Konflikte zu managen, sie auf ein erträgliches Niveau zu begrenzen und eine Eskalation zu vermeiden.
Das ist eine deutliche Abkehr von den Versuchen der letzten zwanzig Jahre, Konflikte nachhaltig und abschließend zu bearbeiten. Exemplarisch für eine solche Herangehensweise ist das Engagement von NATO und EU auf dem Westbalkan. Mit militärischen und zivilen Mitteln hatte man es sich zur Aufgabe gemacht, die ethnischen Konfliktlinien zu befrieden und die Länder des Westbalkans wieder aufzubauen. Der Beitritt Kroatiens zur EU im kommenden Jahr ist ein deutliches Zeichen des Erfolgs dieses Engagements.







