Nachgefragt: Wie arbeitet es sich eigentlich als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen?

Redaktion │ 01. Juli 2013



Im Jahr 2009 erhielten wir diese ehrenvolle Auszeichnung der gemeinsamen Standortinitiative von Bundesregierung und Bundesverband der Deutschen Industrie. Anerkannt wurde damit die Arbeit, die die Atlantische Initiative durch ihr Online Think Tank atlantic-community.org leistet, dem Forum, das „Außenpolitik für alle“ ermöglicht. Nun fragte Land der Ideen nach, was sich seit der Auszeichnung bei uns getan hat und Dr. Johannes Bohnen, Vorsitzender der Atlantischen Initiative e.V., antwortete gern:

Vor vier Jahren wurden Sie als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen ausgezeichnet. Wie hat sich Ihr Projekt seitdem entwickelt?
Wir sind in jeder Hinsicht gewachsen: Unsere Mitgliederzahl ist von 2.000 im Jahr 2009 auf über 7.500 gestiegen und setzt sich zunehmend internationaler zusammen. Zudem konnten wir die Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern ausbauen, zu denen unter anderem die NATO, das Auswärtige Amt und BP zählen. Inhaltlich konnten wir eine große Vielfalt an Themen abdecken, zuletzt beispielsweise die transatlantische Partnerschaft mit Brasilien, Sicherheit in der Sahelzone oder die Konsequenzen internationaler Flüchtlingskrisen. Zurzeit produzieren wir das 45. Memo, eine Veröffentlichung der von unseren Mitgliedern erarbeiteten Politikempfehlungen zum Syrien-Konflikt.

Was waren die größten Erfolge?
Neben der Auszeichnung als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen 2009 kam im selben Jahr der Redner- und Dialogpreis hinzu in der Kategorie Beste Dialogkampagne/Initiative aus den Bereichen Politik und Zivilgesellschaft. Besonders stolz sind wir auf unser gemeinsames Projekt „Ideas with Impact“ bei dem ausgewählte Politikempfehlungen unserer Mitglieder diskutiert wurden mit S.E. US-Botschafter Philip D. Murphy und dem Außenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Philipp Mißfelder vor rund knapp 100 renommierten Gästen aus der internationalen Politik. Auch die Kooperationen mit der NATO sind weiterhin sehr lebendig, hier vor allem die Q&A-Runden mit hochrangigen NATO-Vertreterinnen und -vertretern. Darüberhinaus wurde unsere Arbeit in verschiedenen Medien gewürdigt.

Und was waren die größten Probleme, mit denen Sie seit der Auszeichnung zu kämpfen hatten?
Wir erfahren immer wieder, dass das Problem nicht darin liegt, das Rad neu zu erfinden, sondern es am Laufen zu halten: Hier macht mir insbesondere die Finanzierung Sorgen. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Stärkung der außenpolitischen Kultur – als Grundlage unserer Demokratie und Freiheit – ist leider erstaunlich unterentwickelt. Ein wenig mehr Weitsicht, Mut und out-of-the-box Denken würde uns gut tun. Die öffentliche Hand meidet alles, was nach institutioneller Förderung riechen könnte und große Unternehmen investieren lieber in oberflächliche CSR-Maßnahmen wie Galerieeröffnungen und Golfturniere.

Arbeiten Sie derzeit an neuen Projekten oder an einer Weiterentwicklung Ihrer Idee?
Ja, unser neues Projekt heißt Deutschlands-Agenda.de, das wir als Onlineforum für eine deutschsprachige lösungsorientierte Debatte etablieren möchten.

Was empfehlen Sie Menschen, die ihre Ideen in die Tat umsetzen wollen?
Sich zumindest bei außenpolitischem Interesse bei atlantic-community.org zu registrieren – denn genau hier liegt unser Ansatz und Angebot: Konkrete kollektive Politikempfehlungen werden durch uns in politische Entscheidungsprozesse eingespeist. Wir machen es möglich, dass Ideen von ganz normalen Bürgern bei Entscheidungsträgern Gehör finden!

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Außenpolitik für alle!

Die Atlantische Initiative will einen Beitrag zur Stärkung der außenpolitischen Kultur in Deutschland leisten. Mitgestaltung außenpolitischer Prozesse muss für alle möglich sein. Dafür ist es wichtig, alle Teilbereiche der Gesellschaft besser zu vernetzen. Besonders liegt uns die Förderung von Partizipationsmöglichkeiten für die junge Generation am Herzen. Um unser Motto mit Leben zu füllen, haben wir eine Reihe von Projekten entwickelt. Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung.

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