Außenwahrnehmung Deutschlands in der Euro-Krise

Redaktion │ 09. Dezember 2011



In den deutschen Debatten über die Euro-Krise ist das Nachdenken über die Außenwahrnehmung Deutschlands unterrepräsentiert. Hier drei Artikel über die Außenwahrnehmung und eine lesenswerte Analyse der chinesischen Immobilienblase. 

Aus Europa
Ernst Setter auf Fresh Thinking über die negative Wahrnehmung Deutschlands in Europa: Der Autor greift die in Europa aktuell existierende, negative Wahrnehmung Deutschlands auf und erklärt, die deutsche Mentalität sei entgegen manch anderer Annahme nicht Schuld an der Krise Europas. Nach Setter bedeute die Euro-Krise nicht „Deutschland gegen Alle“. Wenngleich, so Setter,  Äußerung von Kritik an der Politik der deutschen Regierung legitim sei, führe pauschale Kritik unter Anwendung historiche Ressentiment gegen die deutsche Bevölerung „to nowhere but a dead-end!“ Eine reflektierte Stimme, von denen man sich in diesen hektischen Krisenzeiten durchaus mehr wünschen könnte.


Edin Mujagic auf EUobserver über die Zinssenkung und EZB-Präsident Mario Draghi: Der Autor verbindet die Zinssenkung mit einem ironischen, vergifteten Lob auf den EZB-Chef. Nichtsdestotrotz sind die Kritik des Autors an der Zinssenkung und sein Schlußhinweis auf das Rechtsstaatsprinzip als Säule Europas durchaus nachdenkenswert.

International
Chinas staatliche Nachrichtenagentur über den EU-Gipfel: Nach der Diskussion über Käufe europäischer Staatsanleihen durch China besteht Grund genug hinzuschauen, wie das zweit-mächtigste Land der Erde die Euro-Krise und Deutschlands Politik wahrnimmt. Zwar hält man in China die deutschen Ansätze auf lange Sicht für richtig, kritisiert aber, dass die Vorschläge Angela Merkels kurzfristige keine Lösung der Krise darstellen würden. Sympathie wird hier für das Gegenteil der deutschen Position, also Eurobonds als kurzfristige Lösung geäußert. Man darf allerdings hinterfragen, welches Interesse China mit dieser veröffentlichen Ausßenwahrnehmung verfolgt, wenn es den Kauf europäischer Staatsanleihen kürzlich erst abgelehnt hat.

Eve Cary auf The Diplomat über die chinesische Immobilienblase: Wenn China nießt kriegt die Weltwirtschaft in der momentanen Lage vermutlich Grippe. Da kann es nicht schaden, wenn man dies aus dem exporthängigen Deutschland intensiver verfolgt. Die Analyse der US-Wissenschaftlerin Cary bietet viele interessante Fakten rund um Chinas Immobilienblase, ist deswegen lesenswert, liefert aber auch keine echt Antwort darauf, ob China in eine Krise schlittert oder das Problem erfolgreich löst.

Bild: Felix Seidler

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