Blogschau: Syrien

Redaktion │ 18. Januar 2012



Simon Tisdall stellt auf Post on Politics drei zukünftige Handlungsoption des syrischen Präsidenten Assad vor, während Michael Weiss vom Blog des britischen Telegraphs bereits eine Intervention in naher Zukunft sieht. Daneben beschreibt Tim Marshall auf Foreign Matters seinen Besuch im umkämpften Holms und Maximilian Fetsch diskutiert auf Naher und Mittlerer Osten den wahrscheinlichen Bruch zwischen Syrien und der palästinensischen Hamas. Alles in allem, die Blogs bescheinigen dem syrischen Präsidenten Assad im Allgemeinen eine schwere nähere Zukunft.

Simon Tisdall stellt auf Post on Politics, welches die zukünftigen Schritte Assads sein mögen. Unabhängig von der Diskussion, ob Assad isoliert und realitätsfern oder eine Spielfigur mächtigerer Persönlichkeiten sei, befindet Tisdall, der syrische Präsident müsse bald handeln. Hierzu stellt Tisdall drei Optionen dar, welche er ausführlich diskutiert. Zum einen könne Assad die Flucht ergreifen wie Tunesiens ehemaliger Präsident Ben Ali. Die nächste Option wäre, sich notfalls einem Kampf zu stellen. Und zuletzt könnte er versuchen die Krise diplomatisch zu lösen, auch wenn er nur noch wenig Glaubwürdigkeit vorzuweisen hat. Eine zusätzliche Möglichkeit wäre ein Ausgang wie in Ägypten, so dass Assad von seinem eigenen Regimeapparat abgesetzt und vor Gericht gestellt werden würde.

Michael Weiss vom Blog des britischen Telegraphs diskutiert die zunehmende Möglichkeit eines Krieges mit Syrien. In seinem überaus informativen Artikel zitiert er mehrere Quellen aus amerikanischen Regierungskreisen und der Arabischen Liga. Demnach werde die Beobachtermission der Liga in Syrien und der damit einhergehende Versuch die Gewalt zu beenden, gemeinhin als gescheitert angesehen. Eine Intervention werde daher laut amerikanischen Regierungskreisen immer wahrscheinlicher. Weiss erklärt aber nicht nur die Blaupausen einer möglichen Interventionsstrategie, welche die USA und vor allem die arabischen Länder anführen müssten. Der Artikel bezieht sich auch auf eine Quelle aus Washington, wonach die syrischen Streitkräfte aufgrund steigender Abtrünnigkeit schwächer seien als bis dato angenommen. Nach Aussagen von Weiss wird Assad allerdings nicht freiwillig sein Amt aufgeben.

Tim Marshall beschreibt auf dem Sky-Blog Foreign Matters seine Reise nach Holms, Syrien. Er schildert die Dinge, die er tatsächlich gesehen hat und Gespräche mit Einwohnern, die stattgefunden haben. Natürlich lässt er auch Spekulationen darüber einfließen, was ihm von der syrischen Regierung nicht erlaubt war zu sehen. Trotz allem ermöglicht dieser Artikel auch einmal das Leben und die Probleme der regierungstreuen Einwohner Holms nachzuvollziehen. Mit dieser einfachen Beschreibung geht es Marshall um Folgendes: auch wenn den Regierungstruppen meist weit Schlimmeres als den Aufständischen vorgeworfen wird, und auch wenn Journalisten nur erlaubt ist mit regimetreuen Bürgern zu sprechen, bedeutet dies nicht, dass ihnen Ansichten versagt werden können.

Maximilian Felsch greift auf dem Blog Naher und Mittlerer Osten die Wirkung der Situation Syriens auf die Hamas auf. Mit seiner wohl überlegten Analyse stellt er nicht nur einen anderen Blickwinkel auf die syrische Krise vor, sondern erklärt insbesondere die enge Verzahnung der Politik, Länder und Gruppen im Nahen und Mittleren Osten. Felsch sieht eine Trennung der Hamas von ihrem langjährigen Bündnispartner als wahrscheinlich an. Ein Bruch wäre vor allem schmerzhaft für Syrien, da es sich danach nicht mehr auf die Solidarität palästinensischer Flüchtlinge im eigenen Land stützen könnte. Die Hamas hingegen würde nach Felsch wahrscheinlich auf lange Sicht hin von neuen Bündnispartnern profitieren, sollte sie Syrien die Partnerschaft aufkündigen.

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