Feldpost für Afghanistan

Redaktion │ 02. Dezember 2010



In einer gemeinsamen Kampagne setzten sich BILD Zeitung und Atlantische Initiative für die über 4.000 Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan ein. Damit sie für ihren riskanten Einsatz mehr moralische Unterstützung erfahren, konnten Bürger den Soldaten elektronische Feldpost senden.

Die Feldpostaktion

Über 1200 Bürger schrieben ihre Unterstützungsbriefe an Atlantische Initiative und BILD Zeitung, die Auszüge der Einsendungen veröffentlichten. Ferner stellte BILD alle eingegangenen Briefe auf ihre Homepage. Verteidigungsminister Guttenberg begrüßte die Aktion ausdrücklich und erklärte, „das ist eine tolle Gemeinschaftsaktion von Atlantischer Initiative und BILD. Unsere Soldaten haben diese sichtbare und breite Unterstützung mehr als verdient.“

 

 

Die Bandbreite der Einsendungen reflektierte dabei auch das unterschiedliche Meinungsspektrum aus der deutschen Gesellschaft. So wurde in Einsendungen sowohl vom Heldentum gesprochen, „kommt heil nach Hause“ gewünscht, aber auch von laut eigener Aussage überzeugten Pazifisten „ehrliche Anerkennung für die Arbeit“ der Soldaten zum Ausdruck gebracht. Wir konnten deutlich gemacht werden, dass die Soldaten über mehr Rückhalt in der Gesellschaft verfügen, als es vielleicht manchmal den Anschein haben mag.

Historische Verantwortung

Für viele Bürger ist die Tatsache, dass deutsche Soldaten Kampfeinsätze durchführen, etwas, das durch die deutsche Geschichte auf deutliche Ablehnung stößt. Andererseits schrieben während der Feldpostaktion auch Bürger, es gehöre zu Deutschlands Verantwortung sich gegebenenfalls auch mit militärischen Mitteln Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen entgegen zu stellen.

Kritik wurde von Bürgern bisweilen daran geäußert, dass die Bundesregierung zu wenig Mittel für den Schutz der Soldaten bereitstelle. Eine breite Mehrheit der Einsender stellte klar, es sei die Pflicht des Bundestages bei der Entsendung von Soldaten ins Ausland dafür zu sorgen, dass diese dann die bestmögliche Schutzausrüstung bekämen. Bemerkenswert in den Briefen war, dass Verteidigungsminister Guttenberg als einziger Politiker häufig von den Bürgern erwähnt wurde. Offensichtlich begrüßten die Bürger Guttenbergs klare Sprache über den Krieg in Afghanistan.

Fehlende Differenzierung

Enttäuscht äußerten sich manche Teilnehmer über die deutsche Öffentlichkeit. Diese habe nicht gelernt, zwischen der Bewertung des Einsatzes und der Haltung gegenüber den eingesetzten Soldaten zu differenzieren. Demgegenüber differenziere die US-Öffentlichkeit viel mehr zwischen individueller Anerkennung der einzelnen Soldaten und pro/contra zum jeweiligen Einsatz. In einigen Briefen wurde deshalb vorgeschlagen, wie in den USA auch in Deutschland einen „Tag der Veteranen“ einzuführen.

Die Seite der BILD Zeitung mit den Einsendungen finden Sie hier. Einen weiteren Artikel über die Aktion finden Sie hier auf atlantic-community.org

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